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SAP GROW – der schnelle Weg in SAP Cloud ERP

Standardisierung als Strategie: Warum SAP GROW mehr ist als ein Einstiegspaket

In unserem letzten Beitrag haben wir die beiden Cloud-Programme von SAP gegenübergestellt – zwei Wege, ein Ziel: ERP in der Cloud. Dabei wurde deutlich, dass SAP GROW für Unternehmen steht, die auf SAP Cloud ERP setzen und Standardisierung bewusst als Hebel nutzen wollen.

Doch was steckt konkret hinter dem Programm? Welche Bausteine bringt es mit, für wen eignet es sich – und warum ist Fit-to-Standard dabei kein Kompromiss, sondern ein strategischer Vorteil?

Neue Namen, bewährte Richtung

SAP hat Anfang 2026 die Bezeichnungen seiner Cloud-Programme vereinfacht. Aus GROW with SAP wird SAP GROW – SAPs Programm für Neukunden und den Mittelstand. RISE with SAP wird stärker als übergeordneter Transformationsbegriff für Bestandskunden positioniert. Auch die Produktnamen haben sich geändert: Die bisherige SAP S/4HANA Cloud, Public Edition heißt jetzt SAP Cloud ERP, die SAP S/4HANA Cloud, Private Edition wird zu SAP Cloud ERP Private. An den Funktionen und der technischen Grundlage ändert sich dabei nichts – SAP schafft mit den neuen Bezeichnungen vor allem Klarheit und unterstreicht die Cloud-first-Strategie. Wer mit den bisherigen Namen vertraut ist, findet sich inhaltlich also sofort zurecht.

Was SAP GROW ausmacht

SAP GROW ist SAPs Programm für Unternehmen, die auf Basis von SAP Cloud ERP schnell in einen standardisierten, skalierbaren ERP-Betrieb kommen möchten. Im Kern verfolgt es einen Greenfield-Ansatz: Statt bestehende Systeme zu migrieren, starten Unternehmen auf einer frischen, vorkonfigurierten Umgebung mit SAP Best Practices.

Das Programm besteht aus drei Bausteinen:

1.      Cloud-ERP und Technologie: SAP Cloud ERP – als vorkonfigurierte SaaS-Lösung – bildet das Herzstück. Ergänzt wird sie durch die SAP Business Technology Platform (BTP), über die Unternehmen eigene Erweiterungen cloud-nativ umsetzen können, ohne den Kern des Systems zu verändern.

2.      Services für die Implementierung: Mit der SAP Activate Methodik und SAP Cloud ALM stehen erprobte Werkzeuge zur Verfügung, die den Weg vom Projektstart bis zum Go-Live strukturiert begleiten. Das Ergebnis: Ein vorkonfiguriertes Startsystem kann bereits nach wenigen Wochen bereitstehen.

3.      Community und Lernplattform: Über den SAP Learning Hub und die SAP Community erhalten Unternehmen Zugang zu Wissen, Schulungen und dem Austausch mit Experten und anderen Kunden.

Fit-to-Standard: Weniger Sonderwege, mehr Tempo

Das Leitprinzip von SAP GROW ist Fit-to-Standard – und genau hier liegt ein häufiges Missverständnis. Fit-to-Standard bedeutet nicht, dass Unternehmen auf jede Anpassung verzichten müssen. Es bedeutet, dass der SAP-Standard als Ausgangspunkt dient und Abweichungen bewusst und architekturkonform über die SAP BTP umgesetzt werden – nicht durch Eingriffe in den Kern.

In der Praxis zeigt sich: Wenn 70 bis 80 Prozent der Geschäftsprozesse durch den SAP-Standard abgedeckt werden können, ist SAP GROW der passende Weg. Unternehmen, die diesen Ansatz konsequent verfolgen, profitieren spürbar:

●      Automatische Updates: SAP liefert quartalsweise neue Funktionen und Innovationen direkt ins System – ohne eigenen Upgrade-Aufwand.

●      Planbare Kosten: Das SaaS-Modell schafft Transparenz und vermeidet versteckte Betriebs- und Wartungskosten.

●      Schnellere Innovationszyklen: Cloud-first-Funktionen, KI-gestützte Automatisierung und neue Analysemöglichkeiten stehen sofort zur Verfügung – vorausgesetzt, der Kern bleibt sauber.

●      Geringere Komplexität: Weniger Sonderlogik bedeutet weniger Fehlerquellen, schnellere Schulungen und einfacheren Support.

Für wen eignet sich SAP GROW?

SAP GROW richtet sich vor allem an mittelständische Unternehmen, die noch kein SAP-System im Einsatz haben oder die Einführung für eine Tochtergesellschaft planen. Ebenso eignet es sich für Organisationen, die einen bewussten Neustart wagen und historisch gewachsene Komplexität hinter sich lassen wollen.

Entscheidend ist weniger die Unternehmensgröße als die Bereitschaft zur Standardisierung. Wer Prozesse bewusst vereinfachen und sich an Best Practices orientieren will, findet in SAP GROW ein Programm, das genau diesen Weg unterstützt – technisch, methodisch und organisatorisch.

Für schnell wachsende Unternehmen bietet SAP zudem die Variante SAP GROW Fast, die auf Basis eines Minimum Viable Scope eine besonders schnelle Einführung ermöglicht – mit dem Ziel, erste Kernprozesse in kürzester Zeit produktiv zu setzen und das System schrittweise zu erweitern.

Fazit: Standardisierung ist kein Verzicht – sie ist der Schlüssel

SAP GROW steht für einen klaren Gedanken: Standardisierung ist der Beschleuniger, nicht die Einschränkung. Unternehmen, die bereit sind, ihre Prozesse am SAP-Standard auszurichten, gewinnen nicht nur Geschwindigkeit bei der Einführung, sondern schaffen die Grundlage für kontinuierliche Innovation und langfristig geringere Betriebskosten.

Entscheidend ist dabei, Standardisierung nicht als einmaliges Projekt zu verstehen, sondern als laufende Disziplin – getragen von sauberen Prozessen, hoher Datenqualität und einer klaren Erweiterungsstrategie.

Wenn Sie sich zunächst einen Überblick über die beiden Cloud-Programme verschaffen möchten – und verstehen wollen, worin sich SAP GROW und RISE with SAP konkret unterscheiden – finden Sie dazu bereits einen passenden Beitrag:
https://www.ososoft.de/blog/grow-with-sap-vs-rise-with-sap

In weiteren Artikeln dieser Serie beleuchten wir Themen wie Clean Core, Erweiterungsstrategien, Side-by-Side-Ansätze und die Rolle der SAP BTP im Cloud-ERP.

Elias Schlappner |
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