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Die Zukunft ist Cloud

Die Zeit zwischen den Jahren lädt dazu ein, innezuhalten und zu reflektieren, was war, was ist und wohin die Reise geht. Zwar wurden bereits seit den späten 2000er Jahren erste Diskussionen über den Weg in die Cloud geführt, doch breite und strategisch relevante Auseinandersetzungen damit finden erst seit rund zehn Jahren statt. Genau deshalb ist jetzt ein sehr guter Zeitpunkt, um einige grundlegende Thesen zur Cloudtransformation zu formulieren und zu beleuchten, welche Faktoren die Geschwindigkeit dieser Entwicklung maßgeblich beeinflussen.

Cloud als Grundlage moderner Architektur

Auch wenn die Cloudtransformation häufig als reines IT-Infrastrukturthema unterschätzt wird, ist die Cloud in ihren Ausprägungen Public und Private sowie im Zusammenspiel hybrider On Premise und Cloud Lösungen längst gesetzt. Die entscheidende Frage lautet nicht mehr, ob der Weg in die Cloud führt, sondern wie schnell er beschritten wird. Dafür gibt es einige einfache und zugleich zwingende Gründe. Alle großen Softwarehersteller stellen neue Funktionalitäten zuerst in der Cloud bereit, SAP bildet hier keine Ausnahme. In den vergangenen Jahren war dies möglicherweise noch verkraftbar, doch zunehmend erreichen On Premise Produkte ihr Wartungsende. Die benötigten neuen Funktionen sind dann häufig ausschließlich in der Cloud verfügbar.

Hinzu kommt die stetig steigende Innovationsgeschwindigkeit über alle Branchen hinweg. Cloudlösungen weisen dabei die höchste Liefergeschwindigkeit für Produktinnovationen auf. Das ist einerseits technologisch begründet, da Cloudprodukte meist in monatlichen statt in jährlichen Zyklen aktualisiert werden. Andererseits und noch viel entscheidender ist das zugrunde liegende Mindset, dass den Wert von Standardisierung erkennt und gezielt nutzt. Ein Blick auf stark modifizierte SAP On Premise Systeme zeigt eindrucksvoll, wie innovationshemmend ein hoher Grad an Individualisierung wirken kann und wie schwierig dadurch die Einbindung moderner Analyse und KI-Funktionalitäten wird.

Schlanke Prozesse als Erfolgsfaktor

Die im Zuge einer Cloudmigration notwendige Standardisierung sollte bewusst als Chance verstanden werden. Grundsätzlich ist jedem Unternehmen klar, dass sich IT-Systeme deutlich einfacher aktualisieren lassen, wenn sie nicht durch kundenspezifische Sonderlösungen verkompliziert sind. Der IT-Support für standardisierte Prozesse ist folglich kostengünstiger, insbesondere wenn man auch indirekte Aufwände für Schulung, Analyse, Automatisierung und künstliche Intelligenz berücksichtigt.

Gleichzeitig verfügen Unternehmen über etablierte Prozesse, die über viele Jahre oder gar Jahrzehnte gewachsen sind. Ebenso existieren jedoch seit jeher Ideen und Wünsche zur Verbesserung dieser Abläufe. Genau deshalb sollte die Einführung von Cloudsoftware immer auch als Gelegenheit genutzt werden, Unternehmensprozesse grundlegend zu hinterfragen und entlang verbreiteter Standards zu vereinfachen. Cloudtransformation ist dabei niemals nur ein technisches Infrastrukturprojekt. Sie ist im Kern eine Business Transformation, die die maßgeblichen Akteure der Kernprozesse aktiv auf eine gemeinsame Reise zur Prozessvereinfachung mitnehmen muss. Da es jedoch keine universell passende Lösung für alle Unternehmen gibt, gewinnt ein weiterer entscheidender Aspekt an Bedeutung. In der SAP-Welt wird dieser unter dem Begriff Clean Core beschrieben und er entscheidet maßgeblich über den Erfolg einer Cloudtransformation. Im Gegensatz zu den Erfahrungen aus klassischen On Premise Lösungen, in denen Anpassungen häufig tief in den Systemkern eingriffen, existieren in der Cloud klar definierte Verfahren. Diese Regeln präzise, welche Erweiterungsmöglichkeiten innerhalb und außerhalb des Cloudprodukts bestehen, um die Innovationsfähigkeit des gesamten Softwarestacks dauerhaft zu sichern. Schlanke und standardisierte Prozesse zahlen somit direkt auf Innovationskraft und Kosteneffizienz ein.

Datenqualität als Fundament

Ein weiterer zentraler Aspekt der Cloudtransformation ist die Datenqualität. Sie entscheidet unmittelbar über den Erfolg jeder Softwarelösung. Ein verzerrtes oder unvollständiges Abbild der Realität erzeugt Unsicherheit und Frustration. Je präziser die Daten im ERP-System gepflegt sind, desto realistischer ist das Bild, das sie zeichnen. Gerade im Reporting gilt der bekannte Grundsatz „Garbage in Garbage out“. Auswertungen auf Basis fehlerhafter oder unvollständiger Daten führen zwangsläufig zu falschen Analysen und damit zu falschen Entscheidungen. Dasselbe gilt für Automatisierung und künstliche Intelligenz. Ohne belastbare Daten bleiben beide wirkungslos und entfalten keinen nachhaltigen Mehrwert.

Diese drei Aspekte verdeutlichen, warum Unternehmen spätestens jetzt den Weg in die Cloud konsequent einschlagen sollten und welche Erfolgsfaktoren dabei zwingend zu beachten sind. In einem nächsten Artikel werden wir uns mit den Hemmnissen beschäftigen, die heute je nach Branche unterschiedlich stark zu Verzögerungen auf dem Weg in die Cloud führen, diesen jedoch an keiner Stelle vollständig blockieren.

 

 

 

Daniel Rösch | Geschäftsführer
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